Bikepacking für Anfänger- Übernachtung & Verpflegung

Tipps für Anfänger

Es geht weiter mit unserem Guide “Bikepacking für Anfänger”! In diesem Artikel widmen wir uns einem weiteren wichtigen Punkt des Bikepackings – der Regeneration. Erholsamer Schlaf und wohlschmeckendes Essen liefern Energie für die kommenden Strecken. Beides zählt zu den menschlichen Grundbedürfnissen und sollte deswegen keinesfalls vernachlässigt werden. Die wichtigsten Aspekte zur Übernachtung und Verpflegung beim Bikepacking haben wir hier für dich zusammengefasst.

Übernachten

Wo?

Wie schon im vorigen Beitrag angedeutet, übernachtest du beim Bikepacking nicht in Hotels oder Pensionen. Zum Bikepacking-Abenteuer gehört das Übernachten in der Natur. Bevor es losgeht, machst du dir am besten Gedanken darüber, wo und wie du die Nacht verbringen möchtest. In den allermeisten Gegenden in Deutschland ist wildes Zelten verboten. Das Verbot kannst du auch umgehen, wenn du dir vorher die Erlaubnis zu Campen vom Grundstücksbesitzer einholst (zum Beispiel dem Waldbesitzer). In vielen Wäldern, Nationalparks oder Landschaftsschutzgebieten ist beispielsweise das Übernachten im Freien erlaubt (“Freiübernachtungsstätte”), Zelten jedoch verboten. Genauere Informationen darüber musst du dir vorher immer einholen. Oft werden von Gemeinden auch Trekkinghütten, Biwakplätze angeboten, in denen eine spartanische Übernachtung möglich ist. Da Wetterschutzhütten ausdrücklich nicht zur Übernachtung freigegeben sind, empfiehlt es sich nicht, diese in die Planung aufzunehmen. Diese sollten nur in der größten Not zum Schlafen aufgesucht werden. Eine deutlich komfortablere und sicherere Alternative sind beispielsweise (Natur-)campingplätze.

Sobald du bei deiner Bikepackingtour Deutschland verlässt, gestalten sich die Regeln anders. Skandinavien ist bekannt für seine lockere Gesetzgebung, was das Übernachten in der Natur angeht. Dort gilt das Jedermannsrecht. Die Natur ist für alle nutzbar. Die Regeln beim Zelten in freier Natur sind überschaubar. Jedoch empfiehlt sich auch hier, sich vor der Reise mit den jeweiligen Vorgaben vertraut zu machen.

Wie?

Nach einem Tag auf dem Fahrrad durch alle möglichen Geländearten, freut sich dein Körper und Geist auf die Erholung in der Nacht. Hier bieten eine Isomatte und ein Schlafsack, der den Nachttemperaturen angemessen ist, eine nötige Grundlage. Achte bei der Isomatte darauf, dass sie wirklich gut isolierend ist, selbst wenn der Schlafsack etwas zu kalt ist, macht eine ausreichende Isolierung zum Boden schon einiges wett. Solltest du noch zusätzlichen Komfort benötigen, kannst du ein aufblasbares Trekkingkissen mitnehmen. Als Kissenersatz eigenen sich aber auch ein Pullover oder eine Jacke.

Wenn du nicht unter freiem Himmel nächtigen möchtest, brauchst du ein Zelt. Die wichtigsten Anforderungen an ein Zelt für eine Bikepackingtour sind recht offensichtlich: Es sollte möglichst klein verpackbar und leicht sein. Es empfiehlt sich, ein Zelt zu nehmen, welches einer Person mehr Platz bietet als darin schlafen. Das bedeutet, wenn du allein unterwegs bist, eignet sich ein Zwei-Personen-Zelt. So hast du noch genügend Platz im Zelt für dein Gepäck. Eine Plane ist auch ein guter Helfer. Sie ist ein wahrer Alleskönner. Du kannst sie für den Boden nutzen, so dass von keine Feuchtigkeit durchkommt und nichts klamm wird. Außerdem kannst du auf der Plane deinen Schlafsack und die Isomatte zusammenrollen ohne dass die Feuchtigkeit vom Boden damit in Berührung kommt. Sollte es regnen, kann sie auch als Tarp genutzt werden. Und keine Angst! Dank moderner Materialien nehmen die Planen kaum Platz weg und sind super leicht.

Verpflegung

Der kleine Hunger zwischendurch

Zunächst einmal: Wenn nach einer anstrengenden Tour die Lust auf eine Pizza größer ist als auf das spärliche Kochen über einen Campingkocher, fliegst du nicht gleich aus dem Club der Bikepacker 🙂 Auch Zwischendurch sind Stops für einen Kaffee oder Kuchen natürlich erlaubt. Grundsätzlich gehört zum Abenteuer Bikepacking aber die Selbstversorgung dazu. Je nach dem wie lang und anstrengend die Routen sind, solltest du auf jeden Fall genügend Wasser zum Trinken dabei haben. Auch zum Kochen sollte gegebenenfalls noch etwas Wasser eingeplant sein. Wenn du außerhalb jeglicher Zivilisation unterwegs bist, ist ein mobiler Wasserfilter eine Überlegung wert. Verschiedene Riegel oder Powergele eignen sich prima um den kleinen Hunger zu überwinden. Sie sind leicht, nehmen wenig Platz weg und liefern ausreichend Energie. Nur Vorsicht: Bei warmen Temperaturen sollte man auf Riegel verzichten, die Schokolade enthalten.

Abendessen

Nachdem der Schlafplatz gefunden wurde, geht es dann auch bald an das Abendessen. Ein Gaskocher und kleines, leichtes Kochgeschirr sind hier essentiell. Was dann auf dem Speiseplan steht, kann sehr vielfältig sein. Fertigerichte wie Nudeln mit verschiedenen Saucen oder auch Risotto sind praktisch. Diese musst du nur noch mit Wasser aufkochen. Wer lieber richtig kochen mag, kann das mit einem Gaskocher auch. Trockene Nahrungsmittel wie Couscous, Reis, Nudeln bieten dabei eine sehr gute Grundlage. Tomatenmark, Salz, Pfeffer oder andere Gewürze können können auch mit ins Gepäck, da sie nicht viel Platz wegnehmen. Kleiner Tipp: Kontaktlinsenbehälter eigenen sich prima für Salz und Pfeffer. Gemüse oder was sonst noch am Abend gebraucht wird, kannst du frisch im Supermarkt kaufen, sofern du nicht völlig entfernt von der Zivilisation unterwegs bist. Kauf nur so viel ein, wie du wirklich brauchst. Nicht verbrauchtes Essen nimmt Platz weg und zu schade zum Wegwerfen ist es auch.

Falls doch etwas übrig bleibt, solltest du das Essen danach wieder gut verstauen und verpacken, da sich sonst Wildtiere über Nacht daran vergreifen könnten.

Frühstück

Frisch ausgeschlafen, steht die Stärkung am nächsten Morgen. Für viele Menschen gehört zum Frühstück auch ein Kaffee oder ein Tee. Während Tee recht einfach gemacht werden kann, müssen sich Kaffeeliebhaber etwas mehr Gedanken machen. Das Gute ist aber: Auf Kaffee muss während des Bikepacking-Abenteuers nicht verzichtet werden, es muss sich nur für eine Brühart entschieden werden. Sobald die Temperaturen etwas kühler werden, lohnt es sich auch, eine Thermoskanne dabei zu haben.

Die Variante mit löslichem Kaffeepulver wird bewusst ausgelassen und wir widmen uns gleich den drei praktischsten Zubereitungsarten des Schwarzen Goldes:

Espressokocher

  • robust
  • gut transportierbar
  • kein Abfall

Handfilter

  • wenig Ballast
  • Abfall kompostiertbar

Frenchpress

  • kein Abfall
  • Kaffee kühlt schnell aus
  • Glaskanne unpraktisch im Rucksack, lieber auf Kannen aus Edelsahl oder Polycarbonat zurückgreifen


Für Kaffee oder Tee ist nun gesorgt, nun fehlt nur noch die eigentliche Stärkung. Hier stehen ganz klar Haferflocken oder Buchweizenflocken auf Platz 1. Beide sind hervorragende Energielieferanten und lassen sich mit entsprechenden Zugaben (Nüsse, Schokolade, Obst, Erdnussbutter …) verfeinern. Raffiniert: Falls warmes Wasser vom Kaffee- oder Teekochen übrig ist, kann das Müsli damit gleich zubereitet werden. Grundsätzlich gilt aber die Regel: Essen, was schmeckt! Wenn du eher ein Salamibrot am Morgen brauchst, ist das auch okay. Getrocknete Wurst hält sich auch ganz wunderbar im Gepäck, ebenso wie Hartkäse. Achte nur darauf, dass dein Essen nicht allzu fettig ist, sonst kommst du nicht in die Gänge, und auch, dass es nicht ganz zu süß ist, da dieser Energieschub nicht lange anhalten wird.

Bevor die Reise weitergeht, steht eins an oberster Stelle: Aufräumen! Der Platz muss von sämtlichen Müll befreit werden. Am besten ihr habt dafür immer eine kleine Tüte in petto, die ihr am nächsten Mülleimer entleeren könnt.

Bikepacking für Anfänger – der Beginn eines Abenteuers

Tipps für Anfänger

Du hast genug von festgelegten Routen, willst die Natur von einer anderen Seite kennenlernen oder einfach mal etwas Neues ausprobieren? Dann ist das Bikepacking sicherlich einen Versuch wert! In unserem Guide “Bikepacking für Anfänger” lernst du, was wichtig und bei ersten Touren zu beachten ist. In diesem und in den kommenden Artikeln nehmen wir dich mit in die Welt des Bikepackings.

Was ist Bikepacking überhaupt?

Ist Bikepacking nicht einfach nur der neumodische Begriff für Radreisen? Nein. Zumindest nicht ganz. Du bist dabei auf dem Rad unterwegs und das Reisen gehört natürlich auch dazu. Dennoch gibt es gewisse Punkte, die das Bikepacking vom klassischen Radreisen unterscheiden. Bikepacking entstand in Nordamerika und stellt eine Weiterentwicklung des Mountainbike-Langstreckenrennens dar. Bei diesen Rennen mussten die Sportler ohne Unterstützung durch Begleitfahrzeuge Etappen von mehr als einem Tag zurücklegen. Aus der Not wurde eine Tugend und so wurde nur das Nötigste eingepackt und versucht, möglichst praktisch am Fahrrad zu befestigen. Im Laufe der Zeit erfreut sich das Bikepacking mit Touren abseits der konventionellen Straßen immer mehr Beliebtheit. Mittlerweile ermöglichen spezielle Taschen den Fahrern eine gewisse Freiheit und somit ohne Einschränkungen Wendigkeit, Tempo und Geländegängigkeit.

Zusammenfassend gesagt, ist das Bikepacking also die sportliche Alternative zum Radreisen. Bei Trekkingreisen wird das Gepäck typischerweise auf 6 große Taschen verteilt, die recht klobig an vorderen und hinteren Gepäckträgern und am Lenker befestigt sind. Das Bikebacking-Set-up kommt im Gegensatz dazu viel kompakter daher, damit die Fahrdynamik dadurch nicht sonderlich beeinträchtigt wird. Natürlich lässt sich das auch nicht starr abgrenzen. Bei längeren Bikepacking-Touren fällt auch mehr Gepäck an, gerade in Gegenden ohne ausreichende Infrastruktur muss auch Platz für genügend Proviant eingeplant werden.

Und beim Proviant liegt auch gleich der nächste Unterschied zum klassischen Radreisen. Beim Bikepacking übernachtest du in der Natur und versorgst dich selbst. Ein Campingkocher sollte also immer mit dabei sein. Dazu aber später mehr.

Die Vorbereitung deines Bikepacking-Abenteuers

Das passende Fahrrad

Natürlich stellt sich zum Anfang die Frage nach einem geeigneten Fahrrad. Wen du Beginner bist oder sich erst noch austesten möchtest, stehen dir sämtliche Varianten des Fahrrads offen. Spielst du aber mit dem Gedanken regelmäßig Bikepacking-Touren zu unternehmen, solltest du aufgrund der Strecken durch meist unbefahrene Natur über den Kauf eines für dich passenden Rads nachdenken. Denkbar sind hier beispielsweise Mountainbikes, Gravel- oder Crossräder und Fatbikes. Behalte bei der Wahl des Fahrrads im Hinterkopf, dass immer mal kleinere Reparaturen anfallen könnten, die du im Bestfall selbst erledigen können solltest.

Die perfekte Route für den Start

Generell, egal ob bei Anfängern oder Profis, ist es ratsam, sich vor der Fahrt zu überlegen, wie viel Ausdauer, Zeit und Wagemut gegeben sind. Wichtig ist es, dass du dich nicht überschätzt. Es ist besser, langsam zu starten, damit du ein Gefühl für das Outdoor-Erlebnis bekommst und dich dann mit der Zeit weiterentwickelst. Es gibt viele Möglichkeiten, die genaue Route vorher zu planen. Dienste wie Komoot, Strava oder Bikemap haben sich in der Szene bewährt. Ein jeder kann sich dort sein eigenes Micro-Adventure zusammenstellen mit dem gewünschten Mix aus asphaltierten Straßen, Wanderwegen, unberührter Landschaft oder Mountainbiketrails. Denk auch immer an einen Notfallplan, um auf möglicherweise aufkommende Probleme vorbereitet zu sein. Je nach Trainingsstand gibt es dazu auch die Möglichkeiten, an geführten Reisen in kleineren oder größeren Gruppen teilzunehmen.

Wie planen?

Du möchtest allein fahren, aber traust dir noch nicht zu, eine eigene Route zu planen? Auch kein Problem! Es gibt bereits viele vorgeplante Routen für verschiedene Schwierigkeitslevel und mit Tipps zur Übernachtung und Verpflegungspunkten.

Wenn du dir deine eigene Strecke planen möchtest, bedeutet das etwas mehr Aufwand, macht aber auch großen Spaß. Und keine Angst: Mit jedem Mal wird es leichter.
Behalte bei der Routenplanung auf jeden Fall immer dein Trainingslevel im Hinterkopf. 80 Kilometer auf Asphalt sind leichter zu fahren als 80 Kilometer durch den Wald. Und 50 Kilometer durch flaches Land sind definitiv einfacher als diese 50 Kilometer durch die Alpen zu düsen. Es kann auch ratsam sein, auf das durchschnittliche Wetter zu schauen: Ist die ausgewählte Region für starke Winde bekannt, regnet es dort viel? Der Blick auf den aktuellen Wetterbericht ist natürlich auch unverzichtbar.

Navigation während des Abenteuers

Die Route ist geplant und alles Weitere vorbereitet, dann kann es auch schon losgehen. Doch wie orientiert man sich während der Fahrt? Hier reichen die Lösungen von der normalen Karte + Kompass, über Smartphone bis zu GPS-Geräten. Den Weg mit der normalen Karte zu finden, erfordert abseits von Straßenschildern einiges an Übung und hat bei den meisten Bikepackern langsam ausgedient. GPS-Geräte sind sehr genau und robust, kosten jedoch auch einiges an Geld. Zu Beginn ist das Smartphone, was fast jeder mittlerweile besitzt, die praktischste Lösung. Bei vielen Anbietern für Routenplanung, hast du die Möglichkeit die Karten auch offline zu nutzen, falls das Netz einmal nicht ausreicht oder der Akku sich dem Ende neigt. Hier bist du auf der sicheren Seite, wenn du eine voll aufgeladene Powerbank mit dabei hast. Die Offline-Karte nützt schließlich auch nichts, wenn das Smartphone aus ist.

Weitere Artikel zum Guide “Bikepacking für Anfänger” folgen in den kommenden Wochen. Bleib gespannt! 🙂

Mit dem Rennrad in Rumänien – Teil 2

Im ersten Teil der kleinen Reihe über die Rumänienreise von Patrick Wimmer (Mit dem Rennrad in Rumänien – Teil 1), Fahrer der Parallelen Passion aus Baden, ging es über eine Straße in die Wolken. Außerdem läuteten die Smartphones Alarm: Bären in der Gegend! Heute geht es weiter mit rumänischen Wochenendtraditionen, bemerkenswerter Natur und einem kritischen Blick …

Volle Sonntagstraßen

Ungewöhnlich stark war der Verkehr an diesem Tag, und das steigerte sich mit der Fahrt durch das enge Tal bis hinauf zum Vidraru-Stausee noch. Denn am Wochenende fahren die Rumänen in die Berge und picknicken überall, wo Platz ist. So verlief die Fahrt bis zum Stausee zwischen Autos und am Straßenrand niedergelassenen Menschenmassen. „Doch die tolle Landschaft hat uns dafür entschädigt“, setzt Patrick trocken hinzu.

Autos, Buden und viel Chaos

Über rund 25 km ging es kontinuierlich hinauf und dann durch den höchstgelegenen und mit seinen 900 m längsten Tunnel Rumäniens. „Darin war ein Stau. Nun gut, wir freuten uns auf die Passhöhe. Traditionell macht man dort ein Foto. Daran war jedoch nicht zu denken“, so Patrick. Denn kaum am Tageslicht und dem Gletschersee Bâlea angekommen, war dort nicht nur schlechtes Wetter, sondern auch ein Chaos an Menschen, Autos und Verkaufsbuden, das man sich kaum vorstellen könne.

Schlechtwetter im Anmarsch

Also schnell wieder bergab! Viele Serpentinen führen hinunter nach Siebenbürgen, doch auch diese Freude war wegen der zahlreichen Autos erheblich getrübt. 30 km vor Sibiu wurde es böig und windig, ein Gewitter zog auf. Die Gruppe beschloss, die restlichen Kilometer bis nach Sibiu im Begleitfahrzeug zurückzulegen. Höhepunkt der nächsten Tage war die Transalpina, die bis auf rund 2.100 m Höhe führt. Insgesamt legte Patrick auf der Rumänien-Tour 700 km zurück, die alle in die Parallele Passion einflossen. Zur Parallelen Passion gesellte sich Patrick, als er anlässlich der Absage der Mecklenburger Seenrunde davon erfuhr. Kilometer machen für einen guten Zweck, das gefiel ihm.

Beeindruckende Dörfer

Was hat ihm in Rumänien besonders gefallen – und was gar nicht? „Die Landschaft ist wirklich überragend“, sagt Patrick, ohne groß zu überlegen. „Natur ohne Ende, endloser Wald, hier und da eine Hütte. Bis auf den Sonntag ist der Straßenverkehr auch überschaubar.“ Die Dörfer hätten ihm ebenfalls sehr gut gefallen. Man sehe, dass die Menschen zur Erbauungszeit nicht unbedingt arm gewesen sind. Heute fehlen ihnen wohl oftmals die Mittel, die Gebäude instand zu setzen oder zu renovieren. Nachhaltig beeindruckt hätte ihn, dass man in den Dörfern vor allem alte Menschen sowie Kinder und Jugendliche gesehen habe. Die Eltern sind vermutlich zum Geldverdienen im Ausland. „Bei uns in Deutschland arbeiten sie auf den Feldern und in Schlachthöfen, während ihre Kinder in Rumänien bei den Großeltern aufwachsen“, sagt Patrick nachdenklich.

Zu wenig Umweltschutz

Überhaupt nicht gefallen hat Patrick der Anblick alter Autos aus Deutschland, zumeist mit Originalaufklebern irgendwelcher Unternehmen, denen die Fahrzeuge mal gehörten. „Da versucht man bei uns, die Umwelt zu schützen, doch die alten Fahrzeuge werden hierhergebracht, Umweltverschmutzung wird verlagert“, so Patrick. „Auch liegt sehr oft der Müll einfach in der Landschaft und im Straßengraben. Das finde ich schade.“

Entschleunigtes Leben

An den Ziehbrunnen auf dem Land hängen Eimer. Die Brunnen werden noch genutzt. Unterwegs ist man auf dem Land häufig noch mit Pferdefuhrwerken, die Heuernte erfolgt wie in alten Zeiten. Mit der Heugabel wird gewendet und auf die Fuhrwerke aufgeladen. Was ein Landwirt in Deutschland in einer halben Stunde erledigt, dauert in Rumänien zwei Tage. Trotz des harten, entbehrungsreichen Lebens seien die Menschen nicht gestresst, vor allem die Atmosphäre auf dem Land habe etwas Entschleunigtes. In größeren Städten seien die Ortskerne teilweise schon sehr schön renoviert. Die Menschen, mit denen die Gruppe ins Gespräch gekommen ist, schauen nach vorne. Sie wissen, dass ihr Land aufgrund der Natur touristisches Potenzial hat. Dieses wollen sie nutzen.

Gute Verpflegung

Untergebracht waren die Fahrer in einfachen Gasthäusern, die allesamt sehr sauber und gut ausgestattet sind. Als Vertriebler hätte er in Italien schon oft schlechtere Zimmer gehabt, stellt Patrick fest. Gefrühstückt wurde in der Unterkunft, für den Tag hatte jeder Fahrer seine Gels und Riegel dabei. Das Begleitfahrzeug führte einen Wasservorrat mit sich, aus dem die Flaschen bei Zwischenstopps auf der Strecke neu gefüllt werden konnten. An den Straßenrändern waren Obststände, an denen vor allem Melonen und Pflaumen zu haben waren. Zweimal gönnte sich das Team auf den Fahrten einen Kaffee am Weg, abends wurde im Hotel oder in einer Gaststätte gegessen.

Gute Verpflegung

Untergebracht waren die Fahrer in einfachen Gasthäusern, die allesamt sehr sauber und gut ausgestattet sind. Als Vertriebler hätte er in Italien schon oft schlechtere Zimmer gehabt, stellt Patrick fest. Gefrühstückt wurde in der Unterkunft, für den Tag hatte jeder Fahrer seine Gels und Riegel dabei. Das Begleitfahrzeug führte einen Wasservorrat mit sich, aus dem die Flaschen bei Zwischenstopps auf der Strecke neu gefüllt werden konnten. An den Straßenrändern waren Obststände, an denen vor allem Melonen und Pflaumen zu haben waren. Zweimal gönnte sich das Team auf den Fahrten einen Kaffee am Weg, abends wurde im Hotel oder in einer Gaststätte gegessen.

Distanzen steigern

Patrick kann sich vorstellen, noch mal für eine Rennradtour nach Rumänien zu reisen. Es gebe dort so interessante Ecken. Denkbar wäre auch, mit der Familie zum Wandern hinzufahren. Es sei denn, die Bären sind wieder unterwegs … Bis es fürs eine oder andere Vorhaben so weit ist, trainiert Patrick weiter im Verein, fährt hin und wieder zum Radeln auch mal über den Rhein nach Frankreich in die Vogesen und steigert seine Distanzen. In der Woche sind Trainingsstrecken von 50 bis 100 km zu absolvieren, einmal im Monat nimmt sich Patrick längere Strecken vor.

Neue Touren planen

… und dann sind da natürlich noch Patricks Frau und die kleine Tochter. Bei gemeinsamen Touren sitzt die Dreijährige im Anhänger. Noch! Denn sie nennt mittlerweile neben ihrem Laufrad auch ein „richtiges“ Fahrrad ihr Eigen. Darum wird sie vielleicht bald zusammen mit ihren Eltern auf Radreisen gehen.

Das Team der Parallelen Passion ist sehr froh, dass die Situation mit den rumänischen Bären so gut verlaufen ist – und weiß die zusätzliche Strecke, die durchs Zurückfahren an der Bärenstelle entstanden ist, zu schätzen. Patrick, wir wünschen Dir überall auf der Welt immer gute und sichere Fahrt.

Hier gehts zu Patricks Strava – und Instagramprofil, auf dem ihr ach Videos zu den restlichen Tagen sehen könnt.
Und hier gehts zu “Mit dem Rennrad in Rumänien – Teil 1”

Zweiter Teil Patricks kleiner Reisedokumentation:

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Mit dem Rennrad in Rumänien – Teil 1

Bären am Weg

Mit dem Rennrad in Rumänien – Patrick Wimmer würde das wieder machen. Im Juli entdeckte der Keyaccount Manager für Kunststoff und Lichtwerbung mit fünf Freunden und Begleitfahrzeug spannende Routen in diesem Land. Ein Gespräch über Pferdefuhrwerke, die Karpaten und Bärenalarm.

Durch die Karpaten

Mehrere hundert Parallele-Passions-Kilometer wurden in Rumänien gefahren. Wie kommt ein Rennradbegeisterter aus Baden auf die Idee, dieses Land zu bereisen? „Ein Arbeitskollege hatte im vergangenen Jahr eine von ihm organisierte Karpatenrunde mit dem Motorrad gedreht. Von Polen ging es bis nach Österreich. Die Bilder, die er in seinen Status stellte, gefielen mir“, erzählt Patrick.

Gruppe schnell komplett

Patrick fragte eine einwöchige Rennradtour durch Rumänien an, drei Wochen später legte ihm der Freund einen Entwurf vor. Kämen sechs Leute mit, würde er es machen. Beide rührten die Werbetrommel, Patrick unter anderem beim RSV Hofweier, einem Radfahrverein, zu dessen Mitgliedern er gehört. Schnell war die Gruppe komplett, Flüge und Hotels wurden gebucht. Dann kam Corona und zunächst die Absage der Tour. Drei Wochen vorm Start stand fest: Die Reise findet statt.

Lust aufs Unbekannte

Am 9. Juli fuhr der Organisator die Räder im Begleitfahrzeug nach Sibiu, die Fahrer flogen von Baden-Baden aus hinterher – eine Flugverbindung, die den zahlreichen Erntehelfern zu verdanken ist, die auf badischen Feldern arbeiten. „Ich war gespannt. Die Bilder waren vielversprechend gewesen. Unberührte Natur, Pferdefuhrwerke – wir alle hatten Lust aufs Unbekannte“, so Patrick.

Aufbruch trotz Alarm

Sibiu war Start und Ende der Tour. Von dort aus startete das Team am ersten Tag die längste Strecke. Über 158 km und 1.100 Höhenmeter ging es nach Bran, tags drauf bis Corbeni, dann sollte die erste Bergetappe folgen. Am Vorabend gab es jedoch einen offiziellen Alarm auf alle Handys – der die einheimischen Gäste nicht zu interessieren schien. „Alle sahen zwar auf ihre Mobiltelefone, steckten die dann aber wieder weg und blieben ruhig. Also blieben wir das auch“, erinnert sich Patrick. „Denn es war Bärenalarm, was hieß, dass im weiteren Umkreis Bären gesichtet worden waren.“ Das hielt die Gruppe nicht davon ab, am nächsten Morgen aufzubrechen und die Transfogarascher Hochstraße bis ins Olt-Tal in Siebenbürgen in Angriff zu nehmen. Die Straße verläuft zwischen den zwei höchsten Bergen der Karpaten. Aufgrund ihrer Höhe wird sie auch „Straße in den Wolken“ genannt.

Gefährliche Rückfahrt

Eine angenehm hügelige Strecke führte ins Gebirge. Nach zehn Kilometern war der erste Bär in einem Gebüsch zu sehen, kurz darauf saß ein weiterer am Straßenrand. Patrick: „Dieses große braune Tier saß da und beobachtete den Verkehr, wir fuhren an ihm vorbei. Da dachte ich: Schade, meine GoPro hatte ihn gar nicht aufgenommen. Also fuhr ich zurück und ein weiteres Mal an ihm vorbei. Meine Freunde fragten mich später, ob ich mir Gedanken gemacht habe, dass das gefährlich hätte sein können. Da musste ich verneinen, daran hatte ich nicht gedacht. Hoffentlich habe ich den Bären nun auch wirklich drauf auf der GoPro, hab noch gar nicht nachgesehen …“

Hier gehts zu Patricks Strava – und Instagramprofil.

Im nächsten Teil geht es weiter mit Patricks Reise … bleibt gespannt!


Erster Teil Patricks kleiner Reisedokumentation:

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Ich bike, also bin ich

Menschen hinter der Parallelen Passion: Imme Mattern

Seit Ende Juli ist es amtlich: Imme Mattern ist eine der wenigen Frauen, die in den „Club des Cinglés“ aufgenommen wurden – in den Club der Verrückten. Das ist ein französischer Club für Fahrradfahrer, die innerhalb von 24 Stunden alle drei Routen des Mont Ventoux bezwungen haben. Ein Bergabenteuer in Corona-Zeiten.

Von Haus aus fotogen

Ihr Instagram-Profil lässt vermuten, dass Imme ein Model im besten Alter ist. Doch die Braunschweigerin winkt ab. „Ich bin als Controllerin tätig“, erzählt sie lachend. „Meine beste Freundin hat aber eine Boutique für Secondhand-Kleidung. In der lasse ich mich gerne fotografieren. Auch, um für Nachhaltigkeit zu werben!“

Sportlich mit VW-Bus

Imme ist eigentlich in der Welt der Bücher und der Kunst zu Hause. Sehr bald nach dem Studium sattelte sie aufs Steuerfach um. Außerdem begann sie, den Ausdauersport für sich zu entdecken. Sie begann mit dem Laufen, getreu dem Motto des großen Läufers Emil Zatopek: Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft. Auch an einem Marathon nahm Imme teil. „Nach einer Trennung saß ich vor ein paar Jahren alleine mit einem VW-Bus herum. Okay, dachte ich. Dann probiere ich das halt aus, solo mit dem Bus unterwegs zu sein“, erzählt Imme.

Drei Wochen Frankreich

Am liebsten tourt sie nach Italien und Frankreich. Da man ohne Fahrrad auf Campingplätzen aufgeschmissen sei, habe sie ihr Mountainbike und mittlerweile auch ein Rennrad immer dabei. Wegen Corona wollte sie im Sommer 2020 allerdings nicht so viel herumfahren wie sonst. So kam der Tipp eines französischen Bekannten gerade recht, drei Wochen im Juni auf einem kleinen Campingplatz am Mont Ventoux zu verbringen, mitten in der Provence.

Verrücktes Vorhaben

„Der Berg fasziniert mich auch kulturgeschichtlich“, schwärmt Imme. „Zur Einstimmung habe ich den berühmten Brief von Francesco Petrarca gelesen, der 1336 den Mont Ventoux bestiegen und darüber geschrieben hatte. Aber dies nur am Rande …“ Darüber hinaus schickte Imme ihre Unterlagen an den Club des Cinglés, den Club der Verrückten. In diesem sammeln sich Fahrradfahrer, die alle drei Asphaltrouten des Mont Ventoux innerhalb von 24 Stunden absolviert haben. Als Frau da reinkommen – das wär’s!, dachte sich Imme.

Karte auf den letzten Drücker

Doch an der Ausgabestelle für die Teilnahmekarten in Frankreich angekommen, wusste niemand etwas von Imme. Sie erfuhr statt dessen, dass sogenannte Last-Minute-Karten nicht ausgegeben werden, sondern die benötigten Stempelkarten ausschließlich mit etwas Vorlaufzeit über das Internet erhältlich sind. Nach ein paar Telefonaten wurde Imme glücklicherweise – und ausnahmsweise – das Teilnahme-PDF zugeschickt, das sie auf dem Campingplatz ausdrucken konnte.

Warten aufs Wetter

Imme hatte sich die „verrückte Tour“ ans Ende ihrer Urlaubswochen gelegt und zwei der Bergrouten bereits ausprobiert. Allerdings hieß es dann zunächst auf gutes Wetter warten. Denn auf dem baumlosen Mont Ventoux können Sonne und Wind den Radfahrern schwer zu schaffen machen. Schließlich war es so weit, Imme startete nachts um drei Uhr ab Malaucène. „Diese Route kannte ich noch nicht. Darum dachte ich: Wenn ich die schaffe, klappt das auch mit den beiden anderen Strecken“, erinnert sich die Powerfrau.

Unbekannte Tour zuerst

Mit der Stempelkarte in der Tasche, erreichte sie von Malaucène aus nach 21,2 km und 1.570 Höhenmetern um sechs Uhr früh das erste Mal den Gipfel. Es folgten eine kleine Pause und die Runterfahrt nach Bédoin, wo sich Imme um sieben Uhr früh den ersten Stempel in ihre Karte drücken ließ. Zwanzig Minuten später ging es ab Bédoin wieder hinauf – diese Stecke gilt als die schwierigste und ist legendärer Teil der Tour de France. 

Ganzer Tag Windstille

Um 10:40 Uhr war Imme oben angekommen, machte eine halbe Stunde Pause und sauste dann mit dem Gipfelstempel im Gepäck für den nächsten Stempel hinunter nach Sault. Kurz nach halb eins, mittlerweile in gleißender Sonne, fuhr sie die dritte und im Vergleich zu den anderen gemächlichste Route ab Sault retour bis zum Gipfel. „Den ganzen Tag hatte ich Glück mit dem Wind, er war einfach nicht da“, freut sich Imme, die nach einer glücklichen Abfahrt um 16:20 Uhr wieder Malaucène erreichte und sich den letzten Stempel eintragen ließ. Da hatte sich das Warten auf besseres Wetter wirklich gelohnt.

Einfach gefahren!

Vermutlich wegen der Corona-Situation wäre den ganzen Urlaub über eine gewisse Ruhe mit dabei gewesen. Sonst hätte sie bestimmt den Campingplatz häufiger gewechselt, um mehr vom Land zu sehen, und die Tour der Verrückten entweder gar nicht gemacht oder nicht geschafft. „So war ich einfach da, bei mir, und bin gefahren“, sagt Imme. „Ich bike, also bin ich. Das ist mein Motto.“

Ich bike, also bin ich. Das ist mein Motto.

Lange Tour zur Vorbereitung

Alle Kilometer aus Frankreich sind auch in die Parallele Passion mit eingeflossen. Imme kam durch die Absage-Mail der Mecklenburger Seenrunde auf die Charity-Challenge Die Parallele Passion und meldete sich umgehend in diesem Strava-Club an. Am ursprünglich geplanten Termin der MSR fuhr sie dann einfach eine eigene lange Strecke: Von Braunschweig ging es nach Lüneburg. „Ich wollte 300 km schaffen. Zwar wurden es nur 290, denn ich hatte kein Licht dabei. Aber Sicherheit geht bei allem Ehrgeiz vor – und für den Mont Ventoux war ich dann trotzdem sehr gut vorbereitet“, freut sich Imme.

So viele Kilometer allein – einsame Wölfin? Imme lacht. Nein, sie sei gerne so unterwegs. Beziehungsweise müsse man ja erstmal auf Gipfelstürmer treffen, die solche Touren mitmachen und fröhlich bleiben. Das Team der Parallelen Passion wünscht Imme auf jeden Fall immer gute Fahrt und vermutet: Wer Petrarca liest, aufs richtige Wetter warten kann und dann den Ventoux dreimal mit so einer Leichtigkeit überquert, der schafft es vermutlich auch noch, Model zu werden.

Hier gehts zu Immes Strava-Profil.

Und hier zu ihrem Instagram-Profil.

Frauen aufs Fahrrad – MSR-Flow für Frauen

Menschen hinter der Parallelen Passion: Donna Wandt

Selbstorganisierte Ausfahrten – als Vorbereitung für Menschen, die bereits an der MSR teilgenommen haben, teilnehmen wollen oder generell interessiert sind. Solche Events gibt es jetzt in ganz Deutschland. Im Mittelpunkt stehen vor allem fahrradbegeisterte Frauen, denn Donna möchte mehr Frauen aufs Fahrrad bekommen. Donna Wandt, Frauen-Botschafterin der MSR, im Gespräch

Langsamer, aber begeistert

„Frauen fahren anders Fahrrad als Männer“, stellt Donna klar. Die Amerikanerin mit britischem Pass, die mit Mann und zwei Teenagern in Hamburg lebt, engagiert sich als internationale Kommunikationsspezialistin in zahlreichen sozialen Projekten. Dazu gehört auch Women’s Rides by Concept Cycles Hamburg, eine Fahrradgruppe nur für Frauen. „Vor allem versuchen wir, Frauen auf die Räder zu bekommen, die bislang nicht gefahren sind“, so Donna. Die von einem Hamburger Fahrradladen gesponserte Fahrgemeinschaft ist dafür bekannt, sich in Sachen Geschwindigkeit an der langsamsten Teilnehmerin zu orientieren.

Nix los für Frauen

Vor zwei Jahren nahm die Gruppe das erste Mal an der Mecklenburger Seenrunde teil. Damals fuhren acht Frauen mit. Wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten fuhren sie in drei selbst zusammengestellten Gruppen. „Außer einer 90-km-Strecke hat es bei der MSR allerdings nichts extra für Frauen gegeben“, erinnert sich Donna. „Das war einfach eine Strecke für Frauen, die auch mal fahren wollten. Jetzt machen wir uns fit für die kompletten 300 km.“

Eigener Rhythmus

Bei einigen Radevents gebe es bereits Frauenstartblöcke. Laut Donna ermögliche das den Frauen mehr Sicherheit. Darum rief Donna die MSR Women’s Community ins Leben. „Statt gegen Ellenbogenmänner durchzukommen, fahren wir gemütlicher und nehmen mehr Rücksicht. Mit uns kann jede Frau ihren eigenen Rhythmus finden, ihren MSR-Flow. Uns geht es ums Fahren, nicht um den ersten Platz“, beschreibt Donna, die nun in ganz Deutschland potenzielle Mitfahrerinnen sucht, findet und begeistert.

Noch acht Monate bis zur MSR 2021

Ganz neu sind Ausfahrten, die bis zur MSR 2021 in verschiedenen Städten stattfinden werden und mit denen sich Frauen, aber auch Männer fit für die Teilnahme machen können. Die erste Veranstaltung dieser Art ging am 29. August in Hamburg über die Bühne. Die an dem Tag geplante, reine Frauentour in Berlin musste allerdings wegen Erkrankung der Organisatorin leider ausfallen.

Event in Hamburg

Um 9 Uhr Uhr früh trafen sich 25 Fahrradbegeisterte unter blauem Himmel in Hamburg und brachen in vier Tempogruppen sternförmig zu knapp 70 km langen Touren auf. Ziel war ein Café, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Informationen zur MSR erhielten. Das Event war eine organisierte Ausfahrt des Fahrradladens Concept Cycles Hamburg, dessen Frauen- und Männer-Community dafür kooperierten.

MSR-Vorbereitungs-Events in vielen Städten

Weitere Events dieser Art zur Vorbereitung auf die MSR werden neben Hamburg und Berlin auch in Bremen, Nürnberg, München und Neubrandenburg stattfinden. „Vielleicht auch woanders. Überall können selbstorganisierte Teams, die sogenannten SOT, entstehen, wenn Leute Lust haben, sich dafür zu engagieren“, freut sich Donna.

MSR Frauenstartblock – so geht’s

Zu MSR 2021 anmelden kann man sich alleine oder als Team. Anmeldebeginn ist am 1. Oktober um 21:21 Uhr im Internet. Wer bei der MSR Women’s Community mitmachen möchte – 120 Plätze sind vorgesehen – klickt das entsprechende Kästchen an. Möglich ist auch, sich bereits für eine Tempogruppe anzumelden (23, 25, 27 oder 29 km/h). Für weibliche Guides ist bereits gesorgt.

28. Mai 2021, 5:20 Uhr

Wer sich angemeldet hat, erhält regelmäßig den Newsletter der MSR. Dieser informiert auch über die regionalen Ausfahrten zur Vorbereitung auf das große Event. Wer möchte, kann bei sich vor Ort eigene Fahrten veranstalten. Donna: „Der Frauenblock startet am 28. Mai um 5:20 Uhr. Wenn Ihr Euch anmelden wollt, dann macht mit. Wenn Ihr Leute kennt, die mitmachen wollen, dann informiert sie! Wollt ihr in einer Gruppe fahren, sucht euch eine vor Ort – oder gründet selbst!“

Veränderung dringend nötig

Der Frauenradsport versucht seit langer Zeit, Veränderung zu schaffen, erzählt Donna. Denn bei den Sponsoren seien leider immer noch nur Männerevents gefragt. Ein Beispiel ist die Tour de France. In 2017 nahm sich bereits ein Frauenteam eine bestimmte Etappe vor – als Protestaktion. In 2019 schafften die französischen Frauen eine Teilstrecke, welche die Männer am nächsten Tag wegen Unwetter abbrechen mussten.

International unterwegs

Die Gruppe dieser Radfahrerinnen nennt sich „Donnons des Elles au Vélo“, was ungefähr „Frauen, rauf aufs Fahrrad“ bedeutet. Sie setzt sich für mehr Gleichberechtigung im Radsport ein. Die Internationelles ist eine Schwestergruppe. Diese veranstaltet aktuell eine virtuelle internationale Fahrrad-Challenge.

Das DPP-Team wünscht allen MSR-Frauen und -Männern viel Spaß bei der weiteren Vorbereitung auf die MSR und den „Donnons des Elles au Vélo“ sowie den „Internationelles“ weiterhin viel Erfolg     

Weitere Links zu den genannten Gruppen:

https://www.facebook.com/DonnonsdesellesauveloJ1/

https://www.instagram.com/donnonsdesellesauvelo/

https://www.facebook.com/InternationElles/

https://www.instagram.com/internationelles/

Im Rahmen der Kampagne wurden am Wochenende auch schon andere Fahrten erfolgreich abgeschlossen

  • Nürnberger Umland und in die Oberpfalz- 119 km und 1350 Höhenmeter
  • 100km und über 1000 Höhenmeter im Allgäu
  • 129km und 700 Höhenmeter in Berlin-Brandenburg

Wer genaueres über die Fahrten wissen möchte und/oder daran teilnehmen möchte, setzt sich am besten direkt mit Donna in Verbindung. Alternativ kann auch eine Mail an julia.walther@checkstone.com geschrieben werden, wir leiten es dann an sie weiter. 🙂