Menschen hinter der Parallelen Passion: Frida Löber

Menschen für Bewegung begeistern, die das wollen – tolle Sache. Frida Löber schafft das auch bei denen, die eher skeptisch sind. Kein Wunder bei der Authentizität, mit der diese Bewegungsfachfrau und Parallele-Passion-Mitfahrerin unterwegs ist. Besuch bei einer außergewöhnlichen Rennrad-Enthusiastin.

Raus aufs Land!

Frida Löber … irgendetwas klingelt da in den Ohren. „Ja, diese Ahrenshooper Künstlerin war meine Urgroßmutter“, erläutert Frida Löber fröhlich auf dem Weg vom Gartentor hinters Haus. Wir treffen uns zwischen Greifswald und Neubrandenburg auf dem Hof ihrer Eltern. Dort wuchs die gebürtige Stralsunderin auf. 50 km weit entfernt liegt das Anwesen von ihrem Wohnort entfernt, doch Frida fährt gerne dort hin, wann immer es ihre Zeit erlaubt.

Spross einer Künstlerfamilie

Eigentlich liebt Frida das Landleben. In die in ihren Augen bequemere Stadt ist sie für kürzere Schulwege ihrer elfjährigen Tochter gezogen. Fridas Instragram-Account zeigt denn auch eher Land als Stadt – und dass sie aus einer Künstlerfamilie stammt, ist ihren Bildern anzusehen. Frida winkt lächelnd ab, dann folgt eine einladende Handbewegung über das Gelände. „Schau’s dir an. So sieht es halt einfach aus bei uns“, sagt sie.

Etwas mit den Händen machen …

Frida macht jedoch keine Kunst, sondern absolvierte nach einem sehr guten Abitur zunächst eine Ausbildung zur Gärtnerin im Bio-Gemüseanbau. Anschließend arbeitete sie in einer Genossenschaft für Teekräuter, wo sie sehr bald ins Marketing wechselte. „Das war so gar nicht meins. Ich überlegte neu und entschied mich für Physiotherapie. Ich wollte nicht studieren, sondern etwas mit den Händen machen!“, sagt Frida.    

… und mit viel Bewegung

Mit den Füßen macht sie allerdings ebenfalls sehr viel, denn täglich ist sie mindestens 40 Kilometer auf ihrem Rennrad unterwegs. Als hätte sie im Rahmen ihrer Tätigkeit bei Outness, einem Unternehmen für Personal Training, Outdoor-Fitness, Prävention und Gesundheitsmanagement in Neubrandenburg, nicht bereits genügend Bewegung.

Ab hinter die Komfortzone!

Bei Outness gibt die drahtige Powerfrau drei bis vier Sportkurse am Tag, von Wirbelsäulengymnastik über Entspannung bis hin zu Functional Fitness. Sie motiviert für mehr Bewegung und gibt Tipps für gesunde Ernährung. Ist das nicht ein bisschen anstrengend auf Dauer, da noch privat so lange Strecken dem Fahrrad zurückzulegen? Frida lacht: „Hinter der Komfortzone beginnt doch erst das Spannende! Das sage ich auch den Menschen, die ich in den Kursen anleite. Liebevoll und trotzdem herausfordernd!“

Vorbild und Ehrgeiz

Ein bisschen anders solle man sich also durch mehr Bewegung durchaus fühlen. Sport bringe einen raus aus dem Stress, Fahrradfahren schade niemandem, sondern täte einem nur gut. Außerdem habe sie Vorbildwirkung. Aber – fügt sie verschmitzt hinzu – sie sei auch eine sehr ehrgeizige Person. Früher habe sie das nicht so gesehen. Doch seit ihr das mittlerweile mehrere Menschen gesagt hätten, stünde sie endlich dazu, dass sie so sei. „Ich hole mir bei Strava auch Kronen. Denn ich liebe Challenges“, sagt Frida und strahlt.

Mit dem Stahlrad flott unterwegs

Begonnen habe sie vor ein paar Jahren mit kleinen Abendrunden von 35 km Länge. Die habe sie auf dem 1942er Diamantrad zurückgelegt, das ihrem Großvater gehörte und nur vier Gänge hat. Trotz modernem Lenker sei sie auf ihren Touren eher mitleidig betrachtet worden. Anfang des Jahres schenkte ihr ein Freund ihres Vaters sein erheblich moderneres Rennrad. Seither genießt Frida auch dieses andere, viel leichtere Fahrgefühl ohne Mitleidsblicke.

Einfach radbegeistert

Gerne hätte die Vielfahrerin an der Mecklenburger Seenrunde teilgenommen. Weil diese wegen Corona ausfiel, kam sie wie zahlreiche andere Radbegeisterte zur Parallelen Passion. „Gemeinsam für eine gute Sache Kilometer machen, das finde ich großartig“, sagt Frida, die im Jahr rund 9.000 Kilometer fährt, sich aber nicht als Radsportlerin sieht. „Ich liebe es einfach, Rad zu fahren. Ohne Schnickschnack und Gedöns.“

Fantastische Landfrauen

Auf dem Hof ihrer Eltern, beide bekannte Keramiker, ist es wirklich sehr schön. Doch Frida schaut auf die Uhr. Sie hat am Abend rund 20 km entfernt noch eine Sitzung des von ihr mitgegründeten Frauenvereins Femme Fantastic. „Für 25 bis 40 Jahre alte Frauen vom Lande, die in Städte gezogen waren und nun wieder auf dem Land leben“, erläutert Frida. „Da gibt es viel zu beraten und zu unterstützen.“

Mehr als ein Händchen für Entfaltung

Also heißt es Abschied nehmen, während die Sonne langsam hinter den Feldern untergeht. Der große Garten liegt im Abendschein, Frida schaut in die Weite, und man bekommt das Gefühl, dass man es hier doch mit einer ganz besonderen Künstlerin zu tun hat. Einer Künstlerin für Bewegung und Motivation, die Menschen achtsam anleitet, hegt und pflegt, weil sie um deren Entfaltungsmöglichkeiten weiß. Sie weiß dabei auch um die weiten Wege, die manchmal zurückgelegt werden müssen, um dauerhaft von der Couch herunter in ein aktives Leben zu finden.

Fahren wollen statt müssen

Irgendwann möchte sie ganz auf den elterlichen Hof zwischen Greifswald und Neubrandenburg zurückkehren, erzählt Frida und grinst: „Dann fehlen mir natürlich die häufigen Fahrten von Neubrandenburg zum Hof und zurück. Macht aber nix. Ich fahr halt, weil ich will. Und nicht, weil ich muss. Schöne lange Strecken gibt’s hier ja genug.“

Bilder, Sprüche, Inspiration

Angepeilte Menge für 2020 sind 10.000 km, Anfang Juli hat Frida bereits 5.000 km beisammen. Doch sind dies nicht nur Zahlen. Diese Parallele-Passion-Mitfahrerin säumt ihre Wege mit wunderschönen Bildern und starken Sprüchen, zu erleben auf Strava, aber vor allem hier. Wer mag, kann Frida folgen und sich inspirieren lassen. 

Das Team der Parallelen Passion bedankt sich für die schöne Zeit auf dem Land. Wir sind immer wieder erstaunt, wer alles so bei uns dabei ist.

Hier geht´s zum Strava-Profil von Frida.

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