Im ersten Teil der kleinen Reihe über die Rumänienreise von Patrick Wimmer (Mit dem Rennrad in Rumänien – Teil 1), Fahrer der Parallelen Passion aus Baden, ging es über eine Straße in die Wolken. Außerdem läuteten die Smartphones Alarm: Bären in der Gegend! Heute geht es weiter mit rumänischen Wochenendtraditionen, bemerkenswerter Natur und einem kritischen Blick …

Volle Sonntagstraßen

Ungewöhnlich stark war der Verkehr an diesem Tag, und das steigerte sich mit der Fahrt durch das enge Tal bis hinauf zum Vidraru-Stausee noch. Denn am Wochenende fahren die Rumänen in die Berge und picknicken überall, wo Platz ist. So verlief die Fahrt bis zum Stausee zwischen Autos und am Straßenrand niedergelassenen Menschenmassen. „Doch die tolle Landschaft hat uns dafür entschädigt“, setzt Patrick trocken hinzu.

Autos, Buden und viel Chaos

Über rund 25 km ging es kontinuierlich hinauf und dann durch den höchstgelegenen und mit seinen 900 m längsten Tunnel Rumäniens. „Darin war ein Stau. Nun gut, wir freuten uns auf die Passhöhe. Traditionell macht man dort ein Foto. Daran war jedoch nicht zu denken“, so Patrick. Denn kaum am Tageslicht und dem Gletschersee Bâlea angekommen, war dort nicht nur schlechtes Wetter, sondern auch ein Chaos an Menschen, Autos und Verkaufsbuden, das man sich kaum vorstellen könne.

Schlechtwetter im Anmarsch

Also schnell wieder bergab! Viele Serpentinen führen hinunter nach Siebenbürgen, doch auch diese Freude war wegen der zahlreichen Autos erheblich getrübt. 30 km vor Sibiu wurde es böig und windig, ein Gewitter zog auf. Die Gruppe beschloss, die restlichen Kilometer bis nach Sibiu im Begleitfahrzeug zurückzulegen. Höhepunkt der nächsten Tage war die Transalpina, die bis auf rund 2.100 m Höhe führt. Insgesamt legte Patrick auf der Rumänien-Tour 700 km zurück, die alle in die Parallele Passion einflossen. Zur Parallelen Passion gesellte sich Patrick, als er anlässlich der Absage der Mecklenburger Seenrunde davon erfuhr. Kilometer machen für einen guten Zweck, das gefiel ihm.

Beeindruckende Dörfer

Was hat ihm in Rumänien besonders gefallen – und was gar nicht? „Die Landschaft ist wirklich überragend“, sagt Patrick, ohne groß zu überlegen. „Natur ohne Ende, endloser Wald, hier und da eine Hütte. Bis auf den Sonntag ist der Straßenverkehr auch überschaubar.“ Die Dörfer hätten ihm ebenfalls sehr gut gefallen. Man sehe, dass die Menschen zur Erbauungszeit nicht unbedingt arm gewesen sind. Heute fehlen ihnen wohl oftmals die Mittel, die Gebäude instand zu setzen oder zu renovieren. Nachhaltig beeindruckt hätte ihn, dass man in den Dörfern vor allem alte Menschen sowie Kinder und Jugendliche gesehen habe. Die Eltern sind vermutlich zum Geldverdienen im Ausland. „Bei uns in Deutschland arbeiten sie auf den Feldern und in Schlachthöfen, während ihre Kinder in Rumänien bei den Großeltern aufwachsen“, sagt Patrick nachdenklich.

Zu wenig Umweltschutz

Überhaupt nicht gefallen hat Patrick der Anblick alter Autos aus Deutschland, zumeist mit Originalaufklebern irgendwelcher Unternehmen, denen die Fahrzeuge mal gehörten. „Da versucht man bei uns, die Umwelt zu schützen, doch die alten Fahrzeuge werden hierhergebracht, Umweltverschmutzung wird verlagert“, so Patrick. „Auch liegt sehr oft der Müll einfach in der Landschaft und im Straßengraben. Das finde ich schade.“

Entschleunigtes Leben

An den Ziehbrunnen auf dem Land hängen Eimer. Die Brunnen werden noch genutzt. Unterwegs ist man auf dem Land häufig noch mit Pferdefuhrwerken, die Heuernte erfolgt wie in alten Zeiten. Mit der Heugabel wird gewendet und auf die Fuhrwerke aufgeladen. Was ein Landwirt in Deutschland in einer halben Stunde erledigt, dauert in Rumänien zwei Tage. Trotz des harten, entbehrungsreichen Lebens seien die Menschen nicht gestresst, vor allem die Atmosphäre auf dem Land habe etwas Entschleunigtes. In größeren Städten seien die Ortskerne teilweise schon sehr schön renoviert. Die Menschen, mit denen die Gruppe ins Gespräch gekommen ist, schauen nach vorne. Sie wissen, dass ihr Land aufgrund der Natur touristisches Potenzial hat. Dieses wollen sie nutzen.

Gute Verpflegung

Untergebracht waren die Fahrer in einfachen Gasthäusern, die allesamt sehr sauber und gut ausgestattet sind. Als Vertriebler hätte er in Italien schon oft schlechtere Zimmer gehabt, stellt Patrick fest. Gefrühstückt wurde in der Unterkunft, für den Tag hatte jeder Fahrer seine Gels und Riegel dabei. Das Begleitfahrzeug führte einen Wasservorrat mit sich, aus dem die Flaschen bei Zwischenstopps auf der Strecke neu gefüllt werden konnten. An den Straßenrändern waren Obststände, an denen vor allem Melonen und Pflaumen zu haben waren. Zweimal gönnte sich das Team auf den Fahrten einen Kaffee am Weg, abends wurde im Hotel oder in einer Gaststätte gegessen.

Gute Verpflegung

Untergebracht waren die Fahrer in einfachen Gasthäusern, die allesamt sehr sauber und gut ausgestattet sind. Als Vertriebler hätte er in Italien schon oft schlechtere Zimmer gehabt, stellt Patrick fest. Gefrühstückt wurde in der Unterkunft, für den Tag hatte jeder Fahrer seine Gels und Riegel dabei. Das Begleitfahrzeug führte einen Wasservorrat mit sich, aus dem die Flaschen bei Zwischenstopps auf der Strecke neu gefüllt werden konnten. An den Straßenrändern waren Obststände, an denen vor allem Melonen und Pflaumen zu haben waren. Zweimal gönnte sich das Team auf den Fahrten einen Kaffee am Weg, abends wurde im Hotel oder in einer Gaststätte gegessen.

Distanzen steigern

Patrick kann sich vorstellen, noch mal für eine Rennradtour nach Rumänien zu reisen. Es gebe dort so interessante Ecken. Denkbar wäre auch, mit der Familie zum Wandern hinzufahren. Es sei denn, die Bären sind wieder unterwegs … Bis es fürs eine oder andere Vorhaben so weit ist, trainiert Patrick weiter im Verein, fährt hin und wieder zum Radeln auch mal über den Rhein nach Frankreich in die Vogesen und steigert seine Distanzen. In der Woche sind Trainingsstrecken von 50 bis 100 km zu absolvieren, einmal im Monat nimmt sich Patrick längere Strecken vor.

Neue Touren planen

… und dann sind da natürlich noch Patricks Frau und die kleine Tochter. Bei gemeinsamen Touren sitzt die Dreijährige im Anhänger. Noch! Denn sie nennt mittlerweile neben ihrem Laufrad auch ein „richtiges“ Fahrrad ihr Eigen. Darum wird sie vielleicht bald zusammen mit ihren Eltern auf Radreisen gehen.

Das Team der Parallelen Passion ist sehr froh, dass die Situation mit den rumänischen Bären so gut verlaufen ist – und weiß die zusätzliche Strecke, die durchs Zurückfahren an der Bärenstelle entstanden ist, zu schätzen. Patrick, wir wünschen Dir überall auf der Welt immer gute und sichere Fahrt.

Hier gehts zu Patricks Strava – und Instagramprofil, auf dem ihr ach Videos zu den restlichen Tagen sehen könnt.
Und hier gehts zu “Mit dem Rennrad in Rumänien – Teil 1”

Zweiter Teil Patricks kleiner Reisedokumentation:

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