Fahrer- und Fahrradsicherheit – Die Verantwortung fährt mit

Beim Radfahren Gedanken schweifen lassen, auf neue Ideen kommen, Spaß haben, Entspannung finden – alles klasse Sachen. Die aber nur funktionieren, wenn man dabei sicher unterwegs ist. Little John Bikes Marketingleiter Jan Schneidewind über Fahrer- und Fahrradsicherheit.

Erster Eindruck

Kleines Tischchen vor einem Café mitten in Leipzig, kühle Limo steht auf dem Tisch. „Siehst du?“, sagt Jan Schneidewind und zeigt auf einen vorbeirauschenden Fahrradfahrer. „Kopfhörer auf dem Rad, ein absolutes no go! Das fängt ja gut an. Und guck, da kommt einer auf dem Rennrad. Als wäre er der einzige auf der Welt.“ Schon rast der Genannte an uns vorbei.

Verantwortung fährt mit

Radfahren ist eigentlich eine der gesündesten Sportarten. Doch sie findet im Straßenverkehr statt, und dort sind auch andere Leute unterwegs. „Jede und jeder ist darum für seine Mitmenschen mit verantwortlich, allerdings in erster Linie für sich selbst und das eigene Tun“, gibt Jan zu bedenken. Denn bei Sicherheit ginge es nicht nur darum, dass das Fahrzeug in Ordnung sei. Vor allem hätte auch der- oder diejenige sozusagen „in Ordnung“ zu sein, der ein Fahrzeug nutzt.

Thema 1 – Fahrersicherheit

„Recht haben ist die eine Seite der Medaille, vorausschauend fahren die andere. Die hat letztlich mehr Knautschzone.“

Immer so unterwegs sein, dass man den Gesamtverkehr auf der Straße mit einbezieht, will gelernt sein, meint Jan: „Menschen pochen gerne auf ihr Recht. Das nutzt jedoch herzlich wenig, wenn ein Autofahrer auf einen Rennradfahrer trifft, der in der Stadt so schnell unterwegs sein möchte wie auf freier Landstraße. Recht haben ist die eine Seite der Medaille, vorausschauend fahren die andere. Die hat letztlich mehr Knautschzone.“

Sicher unterwegs, Sicher unterwegs

Sinne nutzen, Rücksicht nehmen

Auf dem Fahrrad brauche man alle Sinne, also nicht nur die Augen. Mit den Ohren könne man zum Beispiel hören, ob von hinten herankommende Autos ihre Geschwindigkeit beibehalten, beschleunigen oder bremsen. „Wichtig ist, kontinuierlich bewusst mit den anderen Verkehrsteilnehmern zu interagieren“, ist sich Jan sicher, der nach eigener Aussage in jüngeren Jahren erheblich offensiver gefahren sei als heute und viel Glück gehabt habe. Heute wisse er, dass sich mit defensivem Fahren und Rücksicht viele kritische Situationen von vornherein verhindern lassen. „Bringt doch nix, wenn auf dem Grabstein steht ,Ich hatte Recht!’“, setzt Jan trocken hinzu.

Tempo steuern, vorbereitet sein

Überhaupt, das Fahrverhalten. „Bei der Parallelen Passion sind viele Leute mit Rennrädern dabei. Wer damit einen Berg erklommen hat und dann wieder runterfährt, kommt leicht auf bis zu 90 km/h. Da darf echt nix passieren!“, sagt Jan. Man solle nur so schnell fahren, wie man es sich wirklich zutraue – und nicht so, wie man es besonders cool fände. „Hohe Geschwindigkeiten sind in Ordnung. Sich aber nach und nach da ranzutasten statt zu glauben, man könne es schon, ist gesünder.“ Schon viele – auch geübte Fahrer – seien über Böschungen geflogen oder an Bäume geprallt, weil sie mit dem Sand oder dem Rollsplit in der Kurve nicht gerechnet hätten. Mit so etwas sei jedoch immer zu rechnen. „Da wären wir wieder beim defensiven Fahren“, grinst Jan.

Ausrüstung klarmachen!

Nebenbei hat Jan Striche auf ein Papier gezeichnet, das er mir nun vor die Nase hält: „Während wir hier sitzen, sind sieben Fahrradfahrer ohne Helm vorbeigekommen“, sagt er. Helm zu tragen, sei zwar keine Pflicht, aber so wichtig wie der Gurt im Auto. Denn man habe nur einen Kopf, und wer glaube, ein Helm sei nur für hohe Geschwindigkeiten sinnvoll, unterliege einem Irrtum. „Fällst du ohne Helm aus dem Stand auf einen Bordstein, kann es schon ziemlich gefährlich sein. Mit Helm ist wenigstens eine dicke Styroporschicht zwischen dir und der Kante“, so Jan, der dann Helm-Spezial-Infos gibt und weitere wichtige Ausrüstungsgegenstände nennt:

Sicher unterwegs, Sicher unterwegs
  • Helm: Mittlerweile gibt es viele schicke Modelle, und ein guter Helm sei auch nicht teuer, sondern schon für 20 bis 40 Euro zu haben. Unterm Helm immer ein Tuch tragen oder einen mit Insektennetz kaufen – wegen der Wespen, die sich in den Lüftungsschlitzen verfangen können.
  • Brille: Schützt vor Fahrtwind, außerdem vor Insekten und Fremdstoffen, die sich in der Luft befinden oder aufgewirbelt werden.
  • Handschuhe: Saugen den Schweiß auf, darum kann man den Lenker besser halten und rutscht nicht ab. Im Fall eines Sturzes sind die Handflächen vor schmerzhaften Abschürfungen geschützt.
  • Reflektierende Kleidung: Wer gesehen wird, hat das ganze Jahr über bessere Karten.

Thema 2 – Fahrradsicherheit

Wir haben bereits die zweite Sorte Limo vor der Nase. Jan stochert mit seinem Papierstrohhalm in der Zitronenscheibe herum, die in seinem Glas schwimmt. „Kommen wir nun zum Fahrrad an sich. Dies ist ein technischer Gegenstand, dessen Bauteile sich mit der Zeit abnutzen. Darum braucht es regelmäßig einen Check, bei Vielfahrern mindestens einmal pro Monat“, sagt der Marketing-Mann, der sich selbst sehr gut mit Fahrradtechnik auskennt. Wer keine Ahnung habe, solle jedoch nicht auf eigene Faust daran herumschrauben. Dann zählt Jan die Teile auf, die immer wieder unter die Lupe genommen werden müssen:

  • Bremse
  • Bereifung
  • Laufreifen
  • Lenker

Spezialfall Rennrad

Laut Jan ist das Rennrad mit seiner Ausstattung der Graubereich der Straßenverkehrsordnung. Denn regulär bräuchte ein Fahrrad eine funktionierende Beleuchtungsanlage und Reflektoren.

Bei Rennrädern wird das jedoch nicht serienmäßig verbaut. Empfehlenswert sei auf jeden Fall eine Klingel, um anderen mitzuteilen, dass man sich nähert. Wichtig seien außerdem Stecklichter für die Dunkelheit. „Rennradfahrer haben die Pflicht, so etwas mitzuführen und zu nutzen.“

Die Limo ist leer, langsam wird es auch auf der Straße leiser. Da quietschen Autobremsen, ein Fahrradfahrer flucht, ohne Helm, dafür mit Kopfhörern auf den Ohren. „Glück gehabt“, resümiert Jan. „Ich wünsche allen Fahrerinnen und Fahrern der Parallelen Passion immer gute Fahrt!“ Danke, lieber Jan. Dem schließen wir uns an.

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