Tipps für Anfänger

Es geht weiter mit unserem Guide “Bikepacking für Anfänger”! In diesem Artikel widmen wir uns einem weiteren wichtigen Punkt des Bikepackings – der Regeneration. Erholsamer Schlaf und wohlschmeckendes Essen liefern Energie für die kommenden Strecken. Beides zählt zu den menschlichen Grundbedürfnissen und sollte deswegen keinesfalls vernachlässigt werden. Die wichtigsten Aspekte zur Übernachtung und Verpflegung beim Bikepacking haben wir hier für dich zusammengefasst.

Übernachten

Wo?

Wie schon im vorigen Beitrag angedeutet, übernachtest du beim Bikepacking nicht in Hotels oder Pensionen. Zum Bikepacking-Abenteuer gehört das Übernachten in der Natur. Bevor es losgeht, machst du dir am besten Gedanken darüber, wo und wie du die Nacht verbringen möchtest. In den allermeisten Gegenden in Deutschland ist wildes Zelten verboten. Das Verbot kannst du auch umgehen, wenn du dir vorher die Erlaubnis zu Campen vom Grundstücksbesitzer einholst (zum Beispiel dem Waldbesitzer). In vielen Wäldern, Nationalparks oder Landschaftsschutzgebieten ist beispielsweise das Übernachten im Freien erlaubt (“Freiübernachtungsstätte”), Zelten jedoch verboten. Genauere Informationen darüber musst du dir vorher immer einholen. Oft werden von Gemeinden auch Trekkinghütten, Biwakplätze angeboten, in denen eine spartanische Übernachtung möglich ist. Da Wetterschutzhütten ausdrücklich nicht zur Übernachtung freigegeben sind, empfiehlt es sich nicht, diese in die Planung aufzunehmen. Diese sollten nur in der größten Not zum Schlafen aufgesucht werden. Eine deutlich komfortablere und sicherere Alternative sind beispielsweise (Natur-)campingplätze.

Sobald du bei deiner Bikepackingtour Deutschland verlässt, gestalten sich die Regeln anders. Skandinavien ist bekannt für seine lockere Gesetzgebung, was das Übernachten in der Natur angeht. Dort gilt das Jedermannsrecht. Die Natur ist für alle nutzbar. Die Regeln beim Zelten in freier Natur sind überschaubar. Jedoch empfiehlt sich auch hier, sich vor der Reise mit den jeweiligen Vorgaben vertraut zu machen.

Wie?

Nach einem Tag auf dem Fahrrad durch alle möglichen Geländearten, freut sich dein Körper und Geist auf die Erholung in der Nacht. Hier bieten eine Isomatte und ein Schlafsack, der den Nachttemperaturen angemessen ist, eine nötige Grundlage. Achte bei der Isomatte darauf, dass sie wirklich gut isolierend ist, selbst wenn der Schlafsack etwas zu kalt ist, macht eine ausreichende Isolierung zum Boden schon einiges wett. Solltest du noch zusätzlichen Komfort benötigen, kannst du ein aufblasbares Trekkingkissen mitnehmen. Als Kissenersatz eigenen sich aber auch ein Pullover oder eine Jacke.

Wenn du nicht unter freiem Himmel nächtigen möchtest, brauchst du ein Zelt. Die wichtigsten Anforderungen an ein Zelt für eine Bikepackingtour sind recht offensichtlich: Es sollte möglichst klein verpackbar und leicht sein. Es empfiehlt sich, ein Zelt zu nehmen, welches einer Person mehr Platz bietet als darin schlafen. Das bedeutet, wenn du allein unterwegs bist, eignet sich ein Zwei-Personen-Zelt. So hast du noch genügend Platz im Zelt für dein Gepäck. Eine Plane ist auch ein guter Helfer. Sie ist ein wahrer Alleskönner. Du kannst sie für den Boden nutzen, so dass von keine Feuchtigkeit durchkommt und nichts klamm wird. Außerdem kannst du auf der Plane deinen Schlafsack und die Isomatte zusammenrollen ohne dass die Feuchtigkeit vom Boden damit in Berührung kommt. Sollte es regnen, kann sie auch als Tarp genutzt werden. Und keine Angst! Dank moderner Materialien nehmen die Planen kaum Platz weg und sind super leicht.

Verpflegung

Der kleine Hunger zwischendurch

Zunächst einmal: Wenn nach einer anstrengenden Tour die Lust auf eine Pizza größer ist als auf das spärliche Kochen über einen Campingkocher, fliegst du nicht gleich aus dem Club der Bikepacker 🙂 Auch Zwischendurch sind Stops für einen Kaffee oder Kuchen natürlich erlaubt. Grundsätzlich gehört zum Abenteuer Bikepacking aber die Selbstversorgung dazu. Je nach dem wie lang und anstrengend die Routen sind, solltest du auf jeden Fall genügend Wasser zum Trinken dabei haben. Auch zum Kochen sollte gegebenenfalls noch etwas Wasser eingeplant sein. Wenn du außerhalb jeglicher Zivilisation unterwegs bist, ist ein mobiler Wasserfilter eine Überlegung wert. Verschiedene Riegel oder Powergele eignen sich prima um den kleinen Hunger zu überwinden. Sie sind leicht, nehmen wenig Platz weg und liefern ausreichend Energie. Nur Vorsicht: Bei warmen Temperaturen sollte man auf Riegel verzichten, die Schokolade enthalten.

Abendessen

Nachdem der Schlafplatz gefunden wurde, geht es dann auch bald an das Abendessen. Ein Gaskocher und kleines, leichtes Kochgeschirr sind hier essentiell. Was dann auf dem Speiseplan steht, kann sehr vielfältig sein. Fertigerichte wie Nudeln mit verschiedenen Saucen oder auch Risotto sind praktisch. Diese musst du nur noch mit Wasser aufkochen. Wer lieber richtig kochen mag, kann das mit einem Gaskocher auch. Trockene Nahrungsmittel wie Couscous, Reis, Nudeln bieten dabei eine sehr gute Grundlage. Tomatenmark, Salz, Pfeffer oder andere Gewürze können können auch mit ins Gepäck, da sie nicht viel Platz wegnehmen. Kleiner Tipp: Kontaktlinsenbehälter eigenen sich prima für Salz und Pfeffer. Gemüse oder was sonst noch am Abend gebraucht wird, kannst du frisch im Supermarkt kaufen, sofern du nicht völlig entfernt von der Zivilisation unterwegs bist. Kauf nur so viel ein, wie du wirklich brauchst. Nicht verbrauchtes Essen nimmt Platz weg und zu schade zum Wegwerfen ist es auch.

Falls doch etwas übrig bleibt, solltest du das Essen danach wieder gut verstauen und verpacken, da sich sonst Wildtiere über Nacht daran vergreifen könnten.

Frühstück

Frisch ausgeschlafen, steht die Stärkung am nächsten Morgen. Für viele Menschen gehört zum Frühstück auch ein Kaffee oder ein Tee. Während Tee recht einfach gemacht werden kann, müssen sich Kaffeeliebhaber etwas mehr Gedanken machen. Das Gute ist aber: Auf Kaffee muss während des Bikepacking-Abenteuers nicht verzichtet werden, es muss sich nur für eine Brühart entschieden werden. Sobald die Temperaturen etwas kühler werden, lohnt es sich auch, eine Thermoskanne dabei zu haben.

Die Variante mit löslichem Kaffeepulver wird bewusst ausgelassen und wir widmen uns gleich den drei praktischsten Zubereitungsarten des Schwarzen Goldes:

Espressokocher

  • robust
  • gut transportierbar
  • kein Abfall

Handfilter

  • wenig Ballast
  • Abfall kompostiertbar

Frenchpress

  • kein Abfall
  • Kaffee kühlt schnell aus
  • Glaskanne unpraktisch im Rucksack, lieber auf Kannen aus Edelsahl oder Polycarbonat zurückgreifen


Für Kaffee oder Tee ist nun gesorgt, nun fehlt nur noch die eigentliche Stärkung. Hier stehen ganz klar Haferflocken oder Buchweizenflocken auf Platz 1. Beide sind hervorragende Energielieferanten und lassen sich mit entsprechenden Zugaben (Nüsse, Schokolade, Obst, Erdnussbutter …) verfeinern. Raffiniert: Falls warmes Wasser vom Kaffee- oder Teekochen übrig ist, kann das Müsli damit gleich zubereitet werden. Grundsätzlich gilt aber die Regel: Essen, was schmeckt! Wenn du eher ein Salamibrot am Morgen brauchst, ist das auch okay. Getrocknete Wurst hält sich auch ganz wunderbar im Gepäck, ebenso wie Hartkäse. Achte nur darauf, dass dein Essen nicht allzu fettig ist, sonst kommst du nicht in die Gänge, und auch, dass es nicht ganz zu süß ist, da dieser Energieschub nicht lange anhalten wird.

Bevor die Reise weitergeht, steht eins an oberster Stelle: Aufräumen! Der Platz muss von sämtlichen Müll befreit werden. Am besten ihr habt dafür immer eine kleine Tüte in petto, die ihr am nächsten Mülleimer entleeren könnt.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>